Reform-Abneigungen


Gründe dafür sind in der allgemeinen Abneigung gegen Reformen zu suchen. Denn nicht nur die jeweilige Regierungsopposition lehnt diese ab, sondern gerade auch die Bevölkerung steht Veränderungen abwartend und misstrauisch gegenüber. Deutschland gilt als ein Staat, in dem politische Entscheidungen und die Durchführbarkeit von Reformen durch institutionelle Rahmenbedingungen erheblich beeinflusst werden. Dies erklärt auch, warum nur so wenige Module des Hartz-Konzepts tatsächlich umgesetzt, die meisten jedoch modifiziert, abgeschwächt oder gestrichen wurden. So ist es verständlich, dass auch Peter Hartz sich nicht mehr mit dieser Agenda identifizieren kann, die seiner Ansicht nach „verwässert“ sei. Daher müssen, sofern überhaupt notwendig, Kompromisse zwischen Gewerkschaften, den Arbeitgeberverbände, der Wirtschaft und Regierung geschlossen werden, um die Barrieren eines Reformboykotts überwinden zu können.